Die "Wahrheit" der Gedanken


Hast Du Dich selbst schon einmal gefragt, ob Du denn Deinen eigenen Gedanken trauen kannst?

Einige, vielleicht auch Du, werden sich jetzt fragen "Wieso sollte ich meinen Gedanken nicht trauen?"

Unsere Gedanken sind ein Produkt unseres Geistes und Verstandes. Wir können nur jene Gedanken denken, die wir bereits in unserem Bewusstsein gespeichert haben.

"Neue" Gedanken sind das Ergebnis aus Zusammenhängen verschiedener Themen und Bereiche in Deinem Bewusstsein, über die Du bewusst nachdenkst und dabei auf neue Rückschlüsse und neue Ansichten stößt.

Daher ist die Eigenreflektion so wichtig. Man sollte täglich am Abend, oder vor dem schlafen gehen, seinen Tag Revue passieren lassen um zu beobachten, wie man sich denn den ganzen Tag so verhalten hat und ob man mit sich selbst zufrieden war dabei. Wenn Du noch nicht in der täglichen Routine der Reflektion bist, solltest Du vorher einmal beginnen, wichtige Stationen Deines Lebens zu reflektieren:

Wann ist was genau passiert? Warum ist es so passiert? Was war der Auslöser für gewisse Ereignisse und Erlebnisse? Hatte ich einen Einfluss darauf, dass die Situationen so entstanden sind, wie sie entstanden sind? Was hätte ich anders machen können, damit das Ergebnis meiner Handlungen anders gewesen wäre?

Das sind nur ein paar Fragen, die man sich in der Selbstreflektion stellen kann und vielleicht auch stellen sollte. Einzig und alleine in der Selbstreflektion erkennt man Situationen und deren Abläufe, warum und weshalb sie so gelaufen sind. Durch das Reflektieren unseres Lebens, beschenken wir uns selbst mit unseren Erkenntnissen.

Wenn Du eine Erkenntnis hast, wirst Du es daran merken, dass wenn Du über gewisse Dinge nachdenkst, sich auf einmal ein spontanes Gefühl der Euphorie bei Dir "einschleicht". Die Erkenntnisse in unserem Leben sind die sogenannten "AHA-Erlebnisse"…..

Die Bezeichnung "AHA" sagt es ja auch schon aus. Bei einem AHA-Erlebnis, kommen Dir Gedanken zu einer bestimmten Sache in den Sinn, die Du vorher so noch nicht gedacht hast.

Du erkennst Situationen auf einmal ganz anders. Du kannst gewisse Situationen und Momente auf einmal besser einordnen. Du hast einen besseren Überblick über Dich und Dein Leben und warum Situationen entstanden sind, so wie sie eben waren. Du erkennst auch, was Du in Zukunft anders machen kannst bzw. solltest, damit Du Dich zu jenen Menschen entwickelst, der Du sein möchtest.

Aber kann ich meinen Gedanken auch nach der Selbstreflektion trauen?

Das hängt ganz von Dir selbst ab, ob Du Deinen Gedanken trauen kannst. Immerhin sind es ja Deine Gedanken, die Du über all jene Sachen denkst, die Dir so in den Kopf kommen. Wenn Du wenig Selbstvertrauen besitzt, wirst Du Deinen Gedanken eher weniger trauen können. Wenn Du ein großes Selbstbewusstsein hast, wirst Du Deinen eigenen Gedanken eher trauen können.

Doch sind nun unsere Gedanken auch wirklich unsere Wahrheit?

Die Wahrheit in unserem Leben kann nur gefühlt werden. Entweder etwas fühlt sich richtig an, oder es fühlt sich nicht richtig an. Was für Dich richtig und falsch ist, sagt Dir rein Dein Gefühl.

Unsere Gedanken sind ein Produkt aus unserem Bewusstsein und unseren Gefühlen. Unsere Gedanken sind eine Interpretation und Beschreibung unserer eigenen Gefühle. Unsere Gedanken sind Interpretationen und Beschreibungen von "Bildern" im Kopf. Unsere Gedanken sind das Produkt dessen, was wir uns einreden lassen und was nicht. Unsere Gedanken sind ständig vorhanden. Jederzeit.

Man kann nicht NICHT denken. Es ist zumindest immer ein Gedanke im Kopf.

Wenn Du Dir dessen bewusst bist, wirst Du feststellen, dass Deine Gedanken nicht gleich Deine gefühlte Wahrheit ist. Denn nur das Gefühl zeigt uns an, ob etwas richtig oder falsch ist. Jeder manipuliert sich mit seinen eigenen Gedanken sozusagen selbst, wenn man sich dieser Thematik nicht bewusst ist.

Daraus entsteht die Selbstverleumdung - Du lügst Dich selbst an und merkst es nicht einmal. Daraus entsteht der Selbsthass - durch die Unehrlichkeit Dir selbst gegenüber, wird Dir das Dein Gefühl zeigen. Du fühlst Dich nicht besonders und kannst aber nur schwer einschätzen, woher dieses Gefühl kommt und da sich jeder, auch DU, täglich sehr oft selbst belügt, entsteht der Selbsthass, da wir uns für unsere eigene Unehrlichkeit nicht mehr mögen. Daraus entsteht die Selbstverletzung - Du traust Dir selbst nicht mehr über den Weg und möchtest Dich am liebsten dafür bestrafen. Daraus entsteht der Selbstzweifel - Du traust Deinen eigenen Gedanken nicht und beginnst daher an allem und vor allem an Dir zu zweifeln.

Das sind nur einige Resultate dessen, wenn man sich nicht der "Entstehung" seiner eigenen Gedanken bewusst ist und wie das tatsächlich abläuft.

Stell Dir ein Beispiel vor: Du machst eine neue Erfahrung und hast für Dich danach sofort irgendwelche Gedanken im Kopf, wie Du nun diese neue Erfahrung für Dich interpretierst. Im ersten Moment kannst Du NUR nach Deinem eigenen Gefühl gehen, um diese neue Erfahrung einschätzen zu können. Sobald Du beginnst, einen Gedankenaustausch mit einer anderen Person zu dieser neuen Erfahrung zu machen, bekommst Du bereits die ersten anderen Gedanken zu dem jeweiligen Thema in den Kopf gesetzt. Danach hängt es ganz von Dir ab, ob Du nun dabei bleibst, was Du eigentlich als erstes gedacht hast - sprich nach Deinem eigenen Gefühl - oder ob Du Dir Deine eigenen Gedanken durch andere "verwässern" lässt.

So kannst Du Dir vielleicht besser vorstellen, dass Deine Gedanken so gut wie nie Deine Wahrheit sind, denn nur wenige bleiben bei Ihren ersten Gedankengängen, die sie hatten, wenn sie etwas neues erleben bzw. erfahren. Auch Du wirst zu diesen Menschen gehören, wie fast jeder Andere auch.

Vertraue auf Deine ersten eigenen Gedanken. Sie sind die Interpretation Deines eigenen Gefühls. Niemand kann für Dich Deine Gefühle interpretieren, denn nur Du alleine kannst sie fühlen.

Lass Dir Deine Gedanken nicht nehmen. Höre Dir andere Meinungen an, aber sei stets vorsichtig und sei Dir dessen bewusst, dass andere Meinungen Ergebnisse anderer Gedanken sind, die durch andere Gefühle hervorgerufen wurden.

Bleibe am besten bei Deinen ersten eigenen Gedanken. Sie sind die "reinsten" Gedanken, die Du zu einer Sache, einer Situation, zu Deinem eigenen GEFÜHL haben kannst.

© 2018 Seelenfrieden. Erstellt von Jürgen Waibel

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